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| Organisationsentwicklung im Verbund

Strategische Projekte im Verbund: Ein Update

- gesunde Organisation, Inklusion, Digitalisierung -

Vor einem guten halben Jahr sind wir mit drei zentralen Zukunftsthemen gestartet: „Gesunde Organisation“, „Inklusion“ und „Digitalisierung“. (Einen Rückblick zur großen Kick-off-Veranstaltung findet ihr weiterhin in unserem Archiv).

Ziel eines jeden Projektes ist es: fundiertes Wissen zu dem Thema zu sammeln; rauszufinden, was die Mitarbeitenden vom Verbund für Wünsche, Gedanken und Ängste zu dem Thema haben und welche Chancen und Risiken sie sehen; und daraus Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Diese werden anschließend dem Vorstand und der Geschäftsführungs vorgestellt. Inwieweit die Handlungsempfehlungen am Ende umgesetzt werden können muss vom Vorstand und der Geschäftsführung dann erörtert werden. Der Vorstand ist aber bereits jetzt in engem Austausch mit den Projektleitungen. Jedes Projekt besteht dabei aus einer motivierten Leitung und fünf bis zehn Teammitgliedern – allesamt Kolleginnen und Kollegen aus dem Verbund, die sich freiwillig für diese Themen stark machen.

Folgend die Berichte aus den Arbeitsgruppen:

 

Projekt "Gesunde Organisation" - Projektleitung: Nina Rademacher

Das Projekt „Gesunde Organisation“ hat das Ziel, eine Arbeitswelt zu gestalten, in der Gesundheit, Leistung und Zufriedenheit miteinander im Einklang stehen. Unter einer gesunden Organisation verstehen wir den sorgsamen Umgang mit Ressourcen, eine wertschätzende Kommunikation, agile und anpassungsfähige Prozesse, gemeinschaftliche Kultur sowie motivierte und zufriedene Mitarbeitende. Es geht dabei um das Miteinander von Leistung und Gesundheit – nicht „entweder oder“, sondern beides gemeinsam. Das Projektteam mit acht engagierten Kolleg*innen aus verschiedenen Einrichtungen arbeitet gemeinsam in drei Teilprojekten. Grundlage ist die Theorie von Ingo Kallenbach, die Organisationen als lebendige Systeme begreift – mit Wechselwirkungen zwischen Individuum, Team, Struktur und Umwelt. Der Fokus liegt auf Potenzialentfaltung und dem Blick auf vorhandene Ressourcen. Teilprojekt 1 startete mit dem Kick-off im März 2025. Das Team hat zunächst eine 13-seitige Idealvorstellung einer gesunden Organisation im Verbund entwickelt. Anschließend erfolgte eine umfassende Analyse der Organisation auf den Ebenen: Einrichtungen, Mission und Leitbild, Organigramm und Arbeitsschutz, Geschäftsordnung sowie QE - Prozesse.
Besonders wertvoll war dabei eine Mitarbeiter*innen-Umfrage an der 116 Personen (ca. 50% der Mitarbeitenden) teilgenommen haben. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich beteiligt haben – eure Rückmeldungen waren eine große Unterstützung! Die Analysen sind inzwischen abgeschlossen und werden derzeit ausgewertet und zusammengefasst. Das erste Fazit: Der Verbund macht schon vieles richtig! Teilprojekt 1 endet Ende 2025, im Januar 2026 startet Teilprojekt 2. Dann werden eine Konzeptskizze und strategische Ziele erarbeitet und in den Gremien diskutiert. Die Ergebnisse fließen anschließend in die Teams zurück.
Die Zusammenarbeit im Projekt macht großen Spaß – und das Team ist überzeugt: Wir sind auf einem sehr guten Weg, gemeinsam eine nachhaltig gesunde und leistungsfähige Organisation zu gestalten!
 


Projekt "Digitalisierung in der pädagogischen Arbeit" - Projektleitung: Lea Bonn

Vorerst wollen wir uns herzlich für die zahlreiche Teilnahme an der Umfrage bedanken! Das Projekt befindet sich weiterhin in der Analysephase dieser und wird im Anschluss in die Umsetzungsphase übergeleitet. Neben der Umfrage haben wir im Projektteam auf die verschiedenen Ebenen des Verbundes geschaut - ambulante und stationäre Einrichtungen, die Prozesse der IT und die Prozesse der Geschäftsstelle. Daraus erstellten wir eine Bedarfsanalyse der einzelen Arbeitsbereiche. Diese Bedarfe haben wir anschließend mit den Ergebnissen der Umfrage, also den Bedarfen aus Sicht der Mitarbeitenden verglichen. Hieraus hat die Projektgruppe sechs Punkte bestimmt, mit denen wir uns aktuell weiter beschäftigen. Diese Punkte werden derzeit auf ihre mögliche Umsetzbarkeit geprüft, welche digitalisierungsmöglichkeiten es gibt, sowei, welche Vorteile, Einsparungen und Kosten durch eine digitalisierung dieser entstehend würden. Die sechs Punkte umfassen dabei:

  1.  Digitales Fahrtenbuch
  2.  Volldigitaler Zahlungsverkehr (z.B. Kassenzettel digitalisieren)
  3.  Digitaler Dienstplan (für stationäre Einrichtungen)
  4.  Etablieren eines Verbunds-Wikis (Wissensdatenbank für schnelle einrichtungsübergreifende Infos)
  5.  Verschlüsselte E-Mails (u.a. für die Kommunikation mit Eltern & Behörden)
  6.  Onlinebanking für Gruppenkonten

Da sich der Verbund derzeit im Umzug, weg von Microsoft 365 aufgrund von Sicherheitslücken in der Datenverarbeitung hin zu Nextcloud, befindet sind einige Punkte, welche von uns und euch als hohe Bedarfe eingestuft sind nicht in unserer Liste enthalten. Diese, wie bspw. der geteilte Kalender mit Klient*innen, wird voraussichtlich mit Einführung der Nextcloud kommen. Sollten einzelne derzeit aussortierte Punkte in der Nextcloud nicht umsetzbar sein, werden wir als Projektteam diese wieder in unsere Bearbeitung mitaufnehmen.
 


Projekt "Inklusion" - Projektleitung: Patrick Napiorkowski & Katharina Jannaschk

Hintergrund des Projektes:
Das Kinder – und Jugendstärkungsgesetz wurde 2021 weiterentwickelt, um besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche zu unterstützen und Chancengleichheit zu sichern. Diese „inklusive Lösung“ hat zum Ziel, Hilfe aus einer Hand zu gewähren und mehr Selbstbestimmung und soziale Teilhabe zu fördern. Auch wenn der letzte Schritt, die Überwindung der Trennung von Jugendhilfe und Eingliederungshilfe, noch nicht verabschiedet wurde, ist bereits einiges durch den §35a geregelt und theoretisch vieles möglich. Daher stellt sich für den Verbund und unser Projekt die Frage: Wie viele inklusive Strukturen bestehen bereits und wie viele wünscht sich der Verbund? Was ist unser Verständnis und unsere Haltung zu Inklusion? Welche Barrieren wollen und können wir abbauen? Was wünschen wir uns für die jungen Menschen, die wir betreuen? Inklusion begegnet uns bereits in unserem Arbeitsalltag. Wir arbeiten mit vulnerablen Gruppen, welche oftmals am Rande der Gesellschaft stehen und versuchen diesen soziale Teilhabe zu ermöglichen. Seien es junge Menschen, auf welche bereits der §35a SGB VIII zutrifft oder auch andere Gruppen, welche auf massive Barrieren in unserer Gesellschaft stoßen (UMA, LGBTQIA+ etc.).

Zum Projektstart:
Hauptaugenmerk der bisherigen Projektarbeit war der Beteiligungsprozess im Verbund durch die Fragebögen. Wir bedanken uns sehr bei allen Teams, die sich diesem angenommen haben! Anhand der ersten Auswertungen lassen sich bereits viele gelebte Beispiele für eine gute Inklusion ablesen. Weitere Ergebnisse zeigen eine große Bereitschaft zum Inklusionsprozess, verbunden mit einer gesunden Skepsis.
Zu Beginn befassten wir uns intensiv mit dem Inklusions-, sowie Behinderungsbegriff. Wir haben eine erste Idee von einer Haltung im Projektteam entwickelt. Um diese mit den vorliegenden Haltungen, aber auch Wünschen, Ängsten etc. innerhalb der Mitarbeiterschaft abzugleichen, haben wir uns dazu entschieden euch am Prozess durch persönliche Fragebögen zu beteiligen. Die Teamfragebögen zeigen uns, was strukturell und organisatorisch möglich und vorhanden ist. Alle Ergebnisse sind wertvolle und richtungsweisende Einblicke. Eine ebenfalls wesentlich zu beantwortende Frage, war die Frage nach dem, was praktisch leistbar ist und ob
wir als Verbund Angebote für alle Formen von Beeinträchtigungen umsetzen müssen, um uns inklusiv nennen zu können. Die Auswertung der Fragebögen, sowie die Berichte aus den Einrichtungen im Projektteam ließen uns folgende Antwort ableiten: Auch in einer inklusiven Einrichtung muss es nicht für alle Formen der Beeinträchtigung passende Angebote geben. Dies würden unter Umständen unsere Kompetenzen übersteigen und/oder nicht in das Profil der Einrichtung oder Gruppe passen. So beruht die Entscheidung einen jungen Menschen aufzunehmen weiterhin auf Möglichkeiten und Passung der Einrichtung. Trotz dessen, sind die einzelnen Einrichtungen dazu angehalten sich zu trauen aus sich heraus spezielle Angebote zu entwickeln. Das Schöne ist, das passiert im Verbund bereits! Dies sollte uns allerdings nicht daran hindern, diese Angebote weiterhin auszubauen.
Um Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung dennoch besser an unserer Arbeit und dem Leben in den Wohngruppen teilhaben lassen zu können, wollen wir uns im weiteren Verlauf des Projektes einen breiten Überblick über Ressourcen, Wissenslücken, Barrieren und weitere essentielle Stellschrauben im Verbund und in den einzelnen Regionen verschaffen.

Wir sind nun an einem Punkt im Projekt, an dem wir euch mehr Informationen zukommen lassen und vermehrt in den Austausch gehen wollen. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit unserem wunderbaren Projektteam und in Zukunft auch auf die Zusammenarbeit mit euch.



Wir dürfen gespannt bleiben, was die Projekte mit sich bringen - in jedem Fall eine tiefe Auseinandersetzung mit wichtigen Themen und damit Hilfe für noch fundiertere Entscheidungen in und für unseren Alltag.