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| Alltag in den Einrichtungen

Unsere tierischen Mitarbeitenden

Die flauschigen Helfer aus unseren EinrichtungenđŸŸ

Uns ist aufgefallen: In unseren Einrichtungen sind erstaunlich viele Tiere unterwegs!

Wahrscheinlich erwartungsgemĂ€ĂŸ sind die meisten unserer tierischen Helfer Hunde von Mitarbeitenden. Aber einige Katzen leben dauerhaft in ihren Wohngruppen. Bis vor Kurzem auch zwei Kaninchen (das eine ist leider aufgrund seines Alters gestorben, weshalb das andere zu einem neuen Genossen gezogen ist da Kaninchen nicht alleine leben sollten). Und wir haben zwei Reit-Therapeutinnen als Mitarbeiterinnen gewinnen können, die ab und an mit "ihren" jungen Menschen zu ihren Pferden fahren.

Sicherheit und Respekt hat PrioritÀt

Bevor du dir Sorgen machst, weil du vielleicht Angst vor Hunden hast oder eine Allergie: Sicherheit und Wohlbefinden gehen vor! Im Zweifelsfall darf das Tier nicht mehr mit in die Einrichtung gebracht werden, oder wir suchen ein neues Zuhause. Wir finden immer eine Lösung, damit sich alle sicher fĂŒhlen.

TiergestĂŒtzte PĂ€dagogik: Mehr als nur Streicheln

Viele denken bei einem Tier an das Streicheln – was natĂŒrlich wunderbar ist! Aber Tiere in der PĂ€dagogik können noch so viel mehr. Das Stichwort ist hier TiergestĂŒtzte PĂ€dagogik. Vor allem dafĂŒr explizit ausgebildete Tiere (meist Hunde), aber auch unsere "Privat-Tiere" von Mitarbeitenden, ebnen Kindern und Jugendlichen auf ihre Weise Wege.

Je nach Thema des jungen Menschen können PĂ€dagog*innen Tiere fĂŒr verschiedene Ziele einsetzen:

  • Verantwortungsbewusstsein stĂ€rken: Junge Menschen lernen, Verantwortung fĂŒr ein Lebewesen zu ĂŒbernehmen (z.B. fĂŒr die Hauskatze).
  • SelbstwertgefĂŒhl aufbauen: Ein Tier geht unvoreingenommen auf jedes Lebewesen zu. Der junge Mensch kann einfach so sein, wie er ist, ohne verurteilt zu werden. Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit einem geringen SelbstwertgefĂŒhl kann ein Tier entscheidend helfen.
  • Sozialverhalten fördern: TiergestĂŒtzte PĂ€dagogik stĂ€rkt soziale Kompetenzen wie die nonverbale Kommunikation. Auf ein Tier kann man nicht unbedacht zugehen – es reagiert sofort klar. Ebenso werden die Spiegelneuronen trainiert, welche es einem ermöglichen fremden Absichten und Handlungen nachzuvollziehen.
  • Förderung der Gesundheit: Tiere fordern zu mehr Bewegung auf (Spielen, SpaziergĂ€nge) und wirken sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Der Kontakt kann zudem die AusschĂŒttung von Hormonen wie Oxytocin erhöhen, welche auch das allgemeine Wohlbefinden steigern.
  • Förderung der Motorik: Im Umgang mit einem Tier ĂŒben die jungen Menschen ihre motorischen FĂ€higkeiten durch die zwangslĂ€ufig nötige vorsichtige Kontaktaufnahme. Ebenso Koordinativ ist die oben bereits genannte Körpersprache.
  • Gruppenklima verbessern: Die jungen Menschen lernen, gemeinsam Verantwortung fĂŒr das Tier zu ĂŒbernehmen und teilen gemeinsame AktivitĂ€ten.
  • Zulassen von KörpernĂ€he: Durch das Streicheln des Fells und die WĂ€rme des Tiers erleben viele ein GefĂŒhl von Geborgenheit und können lernen NĂ€he (wieder) zuzulassen, was manchen unserer Bewohner*innen  mit ihren individuellen Vorgeschichten schwerfĂ€llt.
  • GesprĂ€chsanstĂ¶ĂŸe und Regeln: Tiere sind zwanglose GesprĂ€chsanlĂ€sse und erleichtern oft den Einstieg in eine pĂ€dagogische Beziehung. Gleichzeitig erfordert der Umgang mit Tieren die Einhaltung klarer Verhaltensregeln.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie unsere tierischen Mitarbeitenden uns in der pĂ€dagogischen Arbeit unterstĂŒtzen. Auch wenn die meisten Tiere "nur" Privathunde von Mitarbeitenden sind, tragen sie an vielen Stellen dazu bei, den jungen Menschen in unseren Einrichtungen einen positiven Weg zu ebnen.

Quellen:
https://www.sozialwerk-sauerland.de/tiergestuetzte-paedagogik-in-der-kinder-und-jugendhilfe
https://www.forum-verlag.com/fachwissen/bildung-und-erziehung/tiergestuetzte-paedagogik-ziele/
- Bilder: Tim Lachmann und von unseren Mitarbeitenden zur verfĂŒgung gestellte Privataufnahmen